Projekt · Städtebau · ISU TU Braunschweig · 2015/16
01Projektdetail

Mittenmang

Grüne Welle — Ein städtebaulicher Entwurf in Hamburg

EntwurfStädtebauHamburgGrünband

Die Gruppe verweigert die Beschränkung auf das zugewiesene Areal und fragt nach dem grösseren räumlichen Zusammenhang. Ein unterbrochenes Grünband wird zur Leitidee: eine begehbare Brückenstruktur verbindet drei Stadtgebiete.

Zur Projektübersicht
StatusEntwurf
KontextISU · TU Braunschweig
OrtHamburg Hafenrand
Jahr2015/16
SystemtypStädtebaulicher Entwurf
ArtefakteAnalysekarte · Lageplan
FormatGruppenarbeit
Massstab1:1000
01Überblick
Abstract

Mittenmang beginnt mit einer Verweigerung: Die Gruppe lehnt die Beschränkung auf das zugewiesene Areal ab und analysiert den grösseren räumlichen Zusammenhang. Ein unterbrochenes Grünband zieht sich fragmentiert durch mehrere Hamburger Stadtteile. Die Leitidee — eine begehbare Brückenstruktur als urbaner Landschaftsraum für Fussgänger und Radfahrer — war stark. Was fehlte, war die mittlere Ebene: die räumliche Strategie. Das Projekt ist heute auch eine Reflexion über den Unterschied zwischen Konzeptebene und operativer Umsetzbarkeit.

ABB. 01 · AnalysekarteFigurePlate · Analyse
ABB. 01 · Analysekarte
Grün- und Blauplan — Fragmentiertes Grünband im Hamburger Hafenrandgebiet.
ABB. 02 · LageplanFigurePlate · Plan
ABB. 02 · Lageplan
Lageplan 1:1000 — Interventionsgebiet Brandshof. Brückenstruktur als urbaner Landschaftsraum.
02Projekt

Die Verweigerung als Ausgangspunkt

Das Projekt begann mit einer ungewöhnlichen Entscheidung: Die Gruppe verweigerte die Beschränkung auf das zugewiesene Areal am Hamburger Hafenrand und fragte stattdessen nach dem grösseren räumlichen Zusammenhang.

Eine Kontextanalyse zeigte ein unterbrochenes Grünband, das sich fragmentiert durch mehrere Stadtteile zog. Daraus entstand die Leitidee: eine begehbare Brückenstruktur, die dieses Band aufgreift, vervollständigt und drei Stadtgebiete verbindet — nicht als Verkehrsweg, sondern als urbaner Landschaftsraum für Fussgänger und Radfahrer.

03Reflexion

Zwischen Konzept und Umsetzung

Die Idee war stark. Die Umsetzung offenbarte ein strukturelles Problem, das erst im Rückblick klar benennbar wurde.

Zwischen der Konzeptidee und dem konkreten Entwurf fehlte eine mittlere Ebene: die räumliche Strategie.

Sie hätte festgelegt, nach welchem Prinzip das Konzept in Entscheidungen übersetzt wird, welche Konflikte es löst und was es unter keinen Umständen aufgeben darf. Ohne diese Ebene wurde jede externe Rückmeldung zur Bedrohung. Das Konzept blieb stark, der Entwurf blieb fragmentiert.

04Erkenntnis

Konzeptebene, Strategieebene, Umsetzungsebene

Eine Leitidee ist kein Entwurf. Sie wird erst handlungsfähig, wenn sie in operative Prinzipien übersetzt ist, die unter Druck standhalten. Der Schritt dazwischen ist kein kreativer, sondern ein analytischer.

Übertrag: Die Unterscheidung zwischen Konzeptebene, Strategieebene und Umsetzungsebene prägt seither die Arbeitsweise — auch in Digitalisierungs- und KI-Projekten, wo dieselbe Lücke regelmässig entscheidend wird.

05Verbindungen

Arbeitsfelder

  • Städtebaulicher Entwurf
  • Konzept- und Strategieentwicklung
  • Landschaftsraum
  • Reflexive Praxis

Prinzipien

  • Strategie vor Umsetzung
  • Struktur vor Werkzeug
  • Analyse vor Entwurf