Klang als architektonischer Generierungsprozess
Audiodaten aus Hans Zimmers Komposition Why Do We Fall werden in Blender als Amplitudengraphen extrahiert, in Rhino 3D zu Schichtgeometrie übereinandergelegt und in Maya animiert — Musik als geometrischer Datensatz.
Zur ProjektübersichtSound to Form untersucht Klang als geometrischen Datensatz. Hans Zimmers Komposition Why Do We Fall wird in Blender als zeitbasierte Amplitudenkurve extrahiert, als Schichtebenen in Rhino 3D übereinandergelegt und zu einem dreidimensionalen Objekt gefügt. Die vertikale Entwicklung folgt dem emotionalen Spannungsbogen der Musik — von gedrückter Grundlage zu aufsteigender Verdichtung, zur zackigen Gipfelform.

Nicht als Stimmungsreferenz, sondern als geometrischer Datensatz. Ausgangspunkt war Hans Zimmers Komposition Why Do We Fall aus dem Soundtrack zu The Dark Knight Rises. Das Stück wurde in Blender als Audiodatei importiert und mithilfe eines Audio-Visualisierungsworkflows in zeitbasierte Kurven und Amplitudengraphen übersetzt.
Diese Graphen wurden nicht als Animation belassen, sondern als einzelne Zeitschnitte extrahiert. Jeder Schnitt entspricht einem Moment im Stück, einem Intensitätswert, einer Raumhöhe.
In Rhino 3D wurden die Zeitschnitte räumlich übereinandergelegt und zu einem dreidimensionalen Objekt zusammengefügt. Die vertikale Entwicklung folgt dem emotionalen Spannungsbogen der Komposition: von gedrückter Grundlage zu aufsteigender Verdichtung, zur zackigen Gipfelform.
Audioimport → Amplitudengraph → Zeitschnitte
Schichten räumlich übereinanderlegen → 3D-Objekt fügen
Animation: Schichtaufbau synchron zur Komposition
Das resultierende Objekt ist keine funktionale Architektur. Es ist ein generatives Skulpturobjekt, dessen Form vollständig aus dem zeitlichen und dynamischen Verlauf des Musikstücks abgeleitet ist. Die Geometrie trägt die Entstehungslogik in sich.



Das Projekt war ein Experiment innerhalb des MAYA-Workshops, der nDynamics und parametrische Formgenerierung zum Thema hatte. Anstatt nCloth-Simulationen abzugeben, wurde ein eigenständiger Weg gewählt: Audiodaten als Generierungsquelle, Software-Kette als Übersetzungsapparat, Musik als formgebendes Prinzip.
Einordnung: Die Methode schliesst sich an eine Tradition an, in der zeitbasierte oder akustische Daten direkt in Geometrie überführt werden — von Iannis Xenakis' Philips-Pavillon bis zu zeitgenössischen parametrischen Ansätzen. Das Ergebnis erhebt keinen Anspruch auf architektonische Vollständigkeit, zeigt aber die Tragfähigkeit des Ansatzes als konzeptionelles Werkzeug.