Projekt · Computational · TU Braunschweig · WS 2014/15
01Projektdetail

Sound to Form

Klang als architektonischer Generierungsprozess

StudieGenerativer ProzessAudiodatenGeometrie

Audiodaten aus Hans Zimmers Komposition Why Do We Fall werden in Blender als Amplitudengraphen extrahiert, in Rhino 3D zu Schichtgeometrie übereinandergelegt und in Maya animiert — Musik als geometrischer Datensatz.

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StatusStudie
KontextMAYA-Workshop · TU Braunschweig
Jahr2014/15
WerkzeugeBlender · Rhino 3D · Maya · V-Ray
SystemtypGenerativer Prozess
ArtefakteAmplitudenanalyse · Geometrie · Rendering
BetreuungZaha Hadid Architects
InstitutInstitut für Mediales Entwerfen
01Überblick
Abstract

Sound to Form untersucht Klang als geometrischen Datensatz. Hans Zimmers Komposition Why Do We Fall wird in Blender als zeitbasierte Amplitudenkurve extrahiert, als Schichtebenen in Rhino 3D übereinandergelegt und zu einem dreidimensionalen Objekt gefügt. Die vertikale Entwicklung folgt dem emotionalen Spannungsbogen der Musik — von gedrückter Grundlage zu aufsteigender Verdichtung, zur zackigen Gipfelform.

ABB. 01 · AmplitudenanalyseFigurePlate · Diagramm
ABB. 01 · Amplitudenanalyse
Amplitudenanalyse: Zeitachse → Schichthöhe (links), Formbreite → Profilhöhe (rechts). Blender, TU Braunschweig 2014.
02Ausgangsfrage

Kann ein Musikstück die strukturelle Grundlage eines architektonischen Objekts liefern?

Nicht als Stimmungsreferenz, sondern als geometrischer Datensatz. Ausgangspunkt war Hans Zimmers Komposition Why Do We Fall aus dem Soundtrack zu The Dark Knight Rises. Das Stück wurde in Blender als Audiodatei importiert und mithilfe eines Audio-Visualisierungsworkflows in zeitbasierte Kurven und Amplitudengraphen übersetzt.

Diese Graphen wurden nicht als Animation belassen, sondern als einzelne Zeitschnitte extrahiert. Jeder Schnitt entspricht einem Moment im Stück, einem Intensitätswert, einer Raumhöhe.

03Methode & Prozess

Software-Kette als Übersetzungsapparat

In Rhino 3D wurden die Zeitschnitte räumlich übereinandergelegt und zu einem dreidimensionalen Objekt zusammengefügt. Die vertikale Entwicklung folgt dem emotionalen Spannungsbogen der Komposition: von gedrückter Grundlage zu aufsteigender Verdichtung, zur zackigen Gipfelform.

Schritt 01

Blender

Audioimport → Amplitudengraph → Zeitschnitte

Schritt 02

Rhino 3D

Schichten räumlich übereinanderlegen → 3D-Objekt fügen

Schritt 03

Maya

Animation: Schichtaufbau synchron zur Komposition

04Objekt & Rendering

Generatives Skulpturobjekt

Das resultierende Objekt ist keine funktionale Architektur. Es ist ein generatives Skulpturobjekt, dessen Form vollständig aus dem zeitlichen und dynamischen Verlauf des Musikstücks abgeleitet ist. Die Geometrie trägt die Entstehungslogik in sich.

ABB. 02 · Formmodell Ansichten 1 & 2FigurePlate · Modell
Formmodell Ansicht 1
Formmodell Ansicht 2
Formmodell, zwei Ansichten. Schichtaufbau aus extrahierten Zeitschnitten der Komposition. Rhino 3D, TU Braunschweig 2014.
ABB. 03 · PhotomontageFigurePlate · Rendering
ABB. 03 · Photomontage
Digitale Collage, Photoshop. Das Objekt im urbanen Randkontext mit Eisenbahntrassee — Bildsprache bewusst auf den Charakter der Komposition abgestimmt. TU Braunschweig 2014.
05Reflexion

Audiodaten als Generierungsquelle

Das Projekt war ein Experiment innerhalb des MAYA-Workshops, der nDynamics und parametrische Formgenerierung zum Thema hatte. Anstatt nCloth-Simulationen abzugeben, wurde ein eigenständiger Weg gewählt: Audiodaten als Generierungsquelle, Software-Kette als Übersetzungsapparat, Musik als formgebendes Prinzip.

Einordnung: Die Methode schliesst sich an eine Tradition an, in der zeitbasierte oder akustische Daten direkt in Geometrie überführt werden — von Iannis Xenakis' Philips-Pavillon bis zu zeitgenössischen parametrischen Ansätzen. Das Ergebnis erhebt keinen Anspruch auf architektonische Vollständigkeit, zeigt aber die Tragfähigkeit des Ansatzes als konzeptionelles Werkzeug.

06Verbindungen

Arbeitsfelder

  • Generativer Entwurf
  • Computational Design
  • Daten als Entwurfsgrundlage
  • Parametrische Modellierung

Prinzipien

  • Prozess vor Form
  • Daten vor Intuition
  • Werkzeugkette als Methode